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Wasserkraft in Paraguay: Warum wir dort minen

Feb. 2026 · 6 min Lesezeit

Wasserkraft Paraguay: Warum wir dort minen

Das Wasserkraftwerk Itaipu am Paraná erzeugt 14 Gigawatt installierte Leistung. Paraguay verbraucht davon nur einen Bruchteil. Der Rest wird nach Brasilien exportiert oder ungenutzt abgeregelt. Genau dort sitzen wir mit unserer Anlage GM3.

Die Energie-Arithmetik

Itaipu wurde 1984 in Betrieb genommen, gemeinsam betrieben von Paraguay und Brasilien. Die Kapazität ist auf zwei Länder ausgelegt, deren Wirtschaftsleistung zum Bauzeitpunkt Wachstumsraten implizierte, die nie eintraten.

Resultat: Paraguay hat strukturell Stromüberschuss. Das Land erzeugt 100 Prozent seines Strombedarfs aus Wasserkraft und exportiert über 80 Prozent der Itaipu-Produktion. Diese Überschussenergie ist physisch real und wirtschaftlich entwertet, weil sie sich über grosse Distanzen schlecht transportieren lässt.

Bitcoin-Mining ist die einzige Industrie, die diese Energie sinnvoll abnimmt. Wir verwandeln gestrandeten Strom in einen liquiden, weltweit handelbaren Vermögenswert.

Was wir bezahlen

Unsere Energiekosten in Paraguay liegen zwischen $0.028 und $0.057 pro Kilowattstunde, abhängig von Vertragsstruktur und Saison. Zum Vergleich: Industriestrom in Deutschland liegt 2026 bei rund $0.18, in der Schweiz bei $0.14.

Unsere Produktionskosten pro Bitcoin liegen damit 25 bis 40 Prozent unter dem aktuellen Marktpreis. Das ist kein temporärer Vorteil aus einem Subventionsmodell. Das ist Geographie und Infrastruktur, beides nicht reproduzierbar.

Warum nicht Texas, Norwegen, Island

Texas hat günstige Energie, aber volatile Spot-Preise und Hitzewellen-Curtailments. Norwegen und Island haben Wasserkraft, aber lange Wartelisten für Industrieanschlüsse und politischen Gegenwind gegen energieintensive Industrien.

Paraguay hat das Gegenteil: einen Stromproduzenten, der seinen Überschuss aktiv vermarkten muss, eine Regierung, die ausländische Direktinvestitionen sucht, und eine Steuerstruktur (Ley 60/90), die Industrieinvestitionen über zehn Jahre signifikant entlastet.

Die Kombination aus Überschuss-Hydro, politischer Stabilität und steuerlicher Klarheit existiert in dieser Form nirgendwo sonst.

Das geopolitische Argument

Paraguay ist seit 1989 demokratisch, hat keine offenen Grenzkonflikte und keine Sanktionen. Die Inflation lag 2025 bei 3.8 Prozent. Der Guaraní ist gegen den US-Dollar relativ stabil, und unsere Stromverträge sind in USD denominiert.

Politisches Risiko in Schwellenländern ist real, aber es ist nicht uniform. Paraguay ist nicht Venezuela. Es ist näher an einem ressourcenstarken Schweizer Kanton mit anderen Bodenschätzen.

Wie GM3 operativ läuft

GM3 ist seit Q3 2025 vollständig in Betrieb. Die Anlage hat eine installierte Leistung im niedrigen einstelligen Megawatt-Bereich, betrieben von einem lokalen Team mit Schweizer Aufsicht.

Wir nutzen aktuelle ASICs der Generation S21 und S21 Pro, mit einer durchschnittlichen Effizienz von 17.5 J/TH. Die Wartung erfolgt vor Ort, mit einem Ersatzteilpuffer von 8 Prozent der installierten Hardware.

Im Jahr 2025 hat die Anlage 14.5 BTC produziert. Das war unser erstes volles Operationsjahr und das erste profitable Jahr der Gruppe.

Was als Nächstes kommt

GM4 ist in der Planungsphase, ebenfalls in Paraguay, ebenfalls an Itaipu-Strom. Die Standortwahl ist bestätigt, die Stromverträge sind in finaler Verhandlung.

Wir gehen nicht nach Paraguay, weil es dort exotisch ist. Wir gehen dorthin, weil die Arithmetik dort aufgeht.

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